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Blog - Porträt : Salomé Kiner

22.09.2016 By Margot Delevaux
Porträt : Salomé Kiner

Ihre Worte unterstreicht sie mit eloquenten Gesten. Ihr Pulli rutscht über ihre linke Schulter durch die Bewegungen ihrer sprechenden Hände. Ihr ehrlicher Blick könnte jeden überzeugen. Leidenschaftlich? Das ist sie. Kompromisslos? Das auch.

 

Salomé Kiner wurde in der Region um Paris geboren, im Val-d'Oise. Russischer Herkunft väterlicherseits wuchs sie mit der Sprache Tolstoï's und jährlichen Besuchen bei der Verwandtschaft in Moskau auf. „Als Jugendliche entdeckte ich, dass es auch Länder gibt, in denen es warm ist! Und so begann ich zu reisen“. Nach der Scheidung ihrer Eltern wurde Salomé von einem Amerikaner grossgezogen und teilte die Sommer ihrer Kindheit zwischen Russland und den USA. „Ich habe mehr Affinität zur amerikanischen Kultur und auch viele Freunde dort. Aber ich verspüre auch eine grosse Verbundenheit zu meinen russischen Wurzeln. Ich bin in einem geopolitischen Meltingpot aufgewachsen!„ sagt sie lachend.

Doch wenn man sie nach ihrem Wunschort, um sich niederzulassen, fragt, ist Salomé's Wahl klar und deutlich: New Orleans. „Ich liebe diese Stadt, das war wahrhaftig Liebe auf den ersten Blick. Kulturell ähnelt die Stadt weniger der USA sondern eher der Karibik. Der soziale Kontext bleibt jedoch amerikanisch. Die musikalische Tradition ist so spannend und die Häuser wirken wir Kunstwerke. Auch die Leute sind sehr freundlich und man isst gut!“

Aber die Schweiz bleibt das einzige fremde Land, in dem Salomé wirklich gelebt hat. „Und das ist eine langer Geschichte!“ ruft sie aus. Ihre Grossmutter mütterlicherseits wurde in la Chaux-de-Fonds geboren. „Sie ist in der Schweiz aufgewachsen bevor sie nach Frankreich auswanderte in den 50er Jahren. Meine ältere Schwester wiederum entschied sich an an der Kunstschule in Fribourg zu studieren. So hat sie mir übrigens einen Job als Freiwilligenhelferin am Montreux Jazz Festival gefunden. Nach und nach habe ich sehr enge Beziehungen in der Schweiz geknüpft und habe angefangen hin und her zu pendeln.“ Heutzutage bewegt sie sich dank ihrer Arbeit zwischen ihren zwei Ländern.

Nach einem Lizenziat an der Sorbonne nimmt Salomé das Bewerben an Journalistenschulen in Angriff. Sie wurde im Centre de Formation des Journalistes (CFJ) in Paris aufgenommen. Sie arbeitete für Arte TV und France Culture und schloss sich 2010 einem Projekt für einen Online Buchhandel an. „Ich war Chefredakteurin. Aber leider sind wir 2012 in Konkurs gegangen. Ich bin viel herumgereist dank dieses Projekts. Ich schrieb Literaturkritiken, habe Themendossiers vorbereitet“, erzählt sie ein bisschen nostalgisch. Auf der Schweizer Seite arbeitete die Journalistin für das Filmfestival Tout écran in Genf, die Zeitung Le Temps und die Buchladenkette Payot.

Salomé ist heute unabhängige Journalistin. Sie schreibt Reportagen im Ausland um ihren Entdeckungsdrang zu befriedigen. „Ich war in Mexiko, Israel, Island und Sarajevo. Ich konnte genug Zeit vor Ort verbringen um wirklich in die Gesellschaft einzudringen. Das Bedürfnis die Geschichte der Welt zu erzählen, sitzt tief bei der Journalistin. Sie besitzt eine sehr grosse Anpassungsfähigkeit und liebt es sich in fremde Umgebungen einzutauchen. Salomé gesteht ein Journalismus zu betreiben, um einen Ausweg aus ihrem Komplex nicht überall zugleich sein zu können, zu finden: „Als Jungendlicher träumt man von all den Leben, die man haben könnte: ein Gasthaus in Marokko, Sozialpädagoge oder Literaturwissenschafter. Meine Mutter hat mich auf viele Reisen mitgenommen, dabei wurde mein Interesse für die Welt geweckt. Je mehr Sachen ich sah, je mehr wollte ich all diese Leben auf einmal führen. Ich lernte einen Fotografen kennen, ich träumte Bildreporterin zu sein. Ich ging ins Theater, ich wollte Theaterregisseurin werden. Der Journalismus ist eine Art alle diese Leben auf einmal zu leben. Während einer Reportage hat man die Möglichkeit komplett ins Leben der anderen Personen einzutauchen. Der Journalismus? Ein Mittel um Salomé's Neugier zu stillen.

Mit ihrem Buch Perfekte Tage Schweiz schlüpft Salomé in das Leben der sorgfältig ausgewählten Stadtführer. „Ich wollte ein Gleichgewicht finden zwischen touristischen Empfehlungen und menschlichen Begegnungen. Eine Art Porträt im Licht der Stadt. Ich bin eine subjektive Journalistin und für mich trägt das menschliche Wesen die Weltkarte in sich selbst.“ Den Mensch ins Zentrum der Welt stellen – das ist die kompromisslose Leidenschaft von Salomé.

Bioexpress’

3 Sachen, auf die Salomé nicht verzichten könnte : ein Buch (Au-dessous du volcan von Malcolm Lowry), ein Kugelschreiber und ein Notizbuch

3 Mängel : Angstvoll, unordentlich, anspruchvoll

3 Qualitäten : empathisch, altruistisch und begeistert „Um die Angst zu täuschen und mein Umfeld zu stimulieren!“

Was Salomé ist nicht? Wettbewerbsfähig. „Ich suche nur meine eingene Sache zu machen.“

Die Küche, deren Salomé nicht müde wird? Parmigiana und Tiramisu.

Die Musik, die sie in bestimende Momente ihres Lebens begleitet hat.

Nina Simone - Baltimore

IAM - L' Ecole du micro d'argent

Gabriel Fauré - Cantique de Jean Racine

Eines Zitat : „Those who travel with the current will always feel they are good swimmers, those who swim against the current may never realize they are better swimmers than they imagine.“ Shankar Vedantam

Mehr ? https://palabrepalabre.wordpress.com/

 

 


 

 

Autorin des Buches Perfekte Tage Schweiz.

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